Zeitumstellung und Gebetszeiten: Was sich zweimal im Jahr ändert

Am letzten Sonntag im März werden die Uhren in Deutschland um eine Stunde vorgestellt, am letzten Sonntag im Oktober wieder zurück. Über Nacht springen dadurch alle Gebetszeiten um eine volle Stunde — obwohl sich an der Sonne nichts geändert hat. Dieser Artikel erklärt, was dabei tatsächlich passiert und worauf man achten sollte.

Die Sonne bleibt, die Uhr wandert

Gebetszeiten werden aus dem Sonnenstand berechnet und dann in die örtliche Uhrzeit übersetzt. Die Sommerzeit ändert nur den zweiten Schritt: Sie verschiebt die gesamte Zeitrechnung um eine Stunde nach vorn. Der astronomische Moment, in dem Fajr eintritt, bleibt derselbe — er heißt nur plötzlich anders. Deshalb springen alle sechs Zeiten gemeinsam und im gleichen Maß.

Was in der Umstellungsnacht passiert

In der Nacht der Frühjahrsumstellung fehlt die Stunde zwischen zwei und drei Uhr. Fällt eine Gebetszeit rechnerisch in dieses Fenster, existiert sie auf der Uhr an diesem Tag nicht. Praktisch betrifft das im März allenfalls Fajr in Norddeutschland. Im Herbst gibt es die Stunde zwischen zwei und drei Uhr dagegen doppelt.

Der auffälligste Effekt: Isha im Frühjahr

Nach der Frühjahrsumstellung liegt Isha auf der Uhr plötzlich eine Stunde später — in Norddeutschland ist es dann Ende März schon nach 22 Uhr, und im Juni deutlich nach 23 Uhr. Das ist kein Fehler und keine Methodenfrage, sondern nur die verschobene Uhr in Kombination mit den ohnehin länger werdenden Tagen.

Warum manche Apps am Umstellungstag danebenliegen

Fehler entstehen fast immer dann, wenn eine App die Zeiten auf dem Gerät zwischenspeichert und nach der Umstellung nicht neu berechnet. Man sieht dann für einen Tag die alten Werte. Unsere Seiten rechnen die Zeitzone der jeweiligen Stadt sauber mit, inklusive Sommerzeit; die Monatstabelle wird im Browser geprüft und bei Bedarf neu berechnet, damit ein zwischengespeicherter Stand nicht stehen bleibt.

Länder mit und ohne Umstellung

Deutschland, Österreich, die Schweiz, die Niederlande und Belgien stellen alle am selben Tag um. Die Türkei dagegen hat die Umstellung 2016 abgeschafft und bleibt ganzjährig auf UTC+3. Das ist der Grund, warum sich der Zeitabstand zwischen Deutschland und der Türkei im Jahresverlauf ändert: im Sommer ist er eine Stunde, im Winter zwei.

Was du tun solltest

Nach jeder Umstellung lohnt ein kurzer Blick: Stimmen die Zeiten in deiner App noch mit dem Aushang deiner Moschee überein? Wenn nicht, hilft in der Regel ein Neuladen der Seite oder ein Neustart der App. Und wenn du eine gedruckte Jahrestabelle nutzt, prüfe, ob sie die Umstellung überhaupt berücksichtigt — nicht alle tun das.

→ Gebetsrichtung finden — Live-Qibla-Kompass